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2007-06-07
BGU-Duisburg - Schnuppertauchen
An jedem letzten Mittwoch im Monat ab 18.30 Uhr führen wir ein Schnuppertauchen in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Duisburg durch. Diese DTC richtet sich in erster Linie an die Patienten der Klinik, jedoch kann auch jeder andere, der Spaß am Tauchen hat oder es gerne mal ausprobieren möchte, nach Absprache mit uns daran teilnehmen.

Bericht vom Tauchen von Frank P.
Diagnose: Hirnblutung mit Ataxie

„Am Mittwoch, den 28.06.07 bin ich das erste Mal ins Schwimmbad bei der Unfallklinik in Duisburg tauchen gegangen.
Wie die Meisten ja bereits wissen, habe ich seit meiner Gehirnblutung Probleme mit meiner Koordination und sitze im Rollstuhl. Im Schwimmbad war ein Lift für Rollstuhlfahrer und somit gab es keine Probleme für mich ins Wasser zu kommen. Ich bin die ersten Runden in dem superwarmen Wasser nur geschnorchelt und die anderen Runden in diesem Schwimmbad mit richtigem Tauchequipment getaucht. D.h. mit Flossen und Tauchgerät. Es war für mich eine 100%ige Sache. Die netten Leute waren unglaublich. Sie wollten von mir unbedingt wissen, ob ich vorher schon Mal getaucht bin, was ich bejahte. Ich bin ja vorher in Australien und in Belize getaucht. Ich wollte gar nicht mehr aufhören, mit dem Tauchen. Da ich einen Shunt habe, bin ich nur an der Oberfläche getaucht. Was aber nicht minder Spaß machte. Einfach mal schwerelos zu sein und sich um nix zu kümmern war prima. Es gab nie die Situation, in der man Angst haben mußte. Wozu auch? Da waren echte Profis am Werk. Ich hatte immer die Sicherheit jederzeit auftauchen zu können, was ich aber gar nicht mehr wollte. Noch eine Runde und noch eine Runde. Erst im bzw. unter Wasser fühlt man sich so richtig frei und losgelöst Es war eine rundum gute Sache und hat nebenbei jede Menge Spaß gemacht, was mit Sicherheit an der professionellen Leitung lag. Sie wußte jederzeit, wo sich jemand befindet. Man kann gar nicht oft genug wiederholen, wie super das alles war. Ein gelungener Abend, der viel öfter als einmal im Monat stattfinden könnte. Ich sage nur: Wer das noch nicht ausprobiert hat, der sollte dies schleunigst machen.“


Bericht vom Tauchen von Miriam
(Physiotherapeutin von Frank P.)

Seit einiger Zeit behandel ich Frank in der Physiotherapie. Nach dem er mir erzählt hat, daß er vor seiner Erkrankung viel getaucht ist und es ihm sehr fehlt, war für mich klar, Frank muß wieder ins Wasser. Aufgrund des Shunts stellte es sich jedoch als schwierig heraus, denn kein Arzt konnte uns sagen, wie sich der Wasserdruck auf den Shunt auswirkt. Der Neurologe bestätigte jedoch Frank dürfte Schnorcheln, da der Wasserdruck hier nicht so hoch ist. Sehr schnell konnte ich feststellen, daß Frank sich im Wasser sehr viel leichter bewegen konnte als an Land. Natürlich brauchte er auch im Wasser ein wenig Hilfe. Nach den ersten Runden Schnorcheln, entschieden wir uns zusammen mit seiner Ehefrau, daß Frank ein Tauchequipment bekommt, mit der Auflage nur an der Wasseroberfläche zu bleiben, damit der Druck nicht steigt. Die Vollgesichtsmaske war zwar gewöhnungsbedürftig, aber nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte Frank ohne Probleme mit der Maske atmen. Durch die Noodle unter seinen Armen war gesichert, daß er nicht tiefer gehen kann. Frank fühlte sich sichtlich wohl und wir beschließen ihm auch noch Flossen anzuziehen. Faszinierend zu sehen war die Tatsache, daß Frank seine Beine koordiniert bewegen konnte aufgrund des Wasserwiderstandes. Allerdings hat er so viel Kraft in den Beinen, daß er nun Gas geben konnte und wir hatten arge Probleme ihn zu führen. Selbst die Zeichen unter Wasser konnte er leichter ausführen als sonst. Es war auch für mich ein unbeschreibliches Gefühl zu sehen, wie gut und leicht sich Frank im Wasser fortbewegen konnte und wie viel Spaß es ihm gemacht hat.

Ich hoffe, daß ich dieses Erlebnis noch öfter mit ihm teilen kann.
 
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