Hauptmenü

News

Quality Centers

Quality Centers
Home arrow Berichte arrow 2007-12-27
2007-12-27
BGU-Duisburg - Schnuppertauchen 
Hätt`  ich nicht gedacht!

Eines vorne weg: ich habe mich nicht um die Teilnahme an diesem Tauch-Schnupperkurs in der BG-Unfallklinik Duisburg gerissen. Ein Mitpatient hatte mir vom Tauchen erzählt und versucht, mich dafür zu erwärmen, doch ich dachte mir nur: „Nee, laß mal stecken, der findet auch Autos toll.“ Vor ihm muß ich jetzt auf Knien Abbitte leisten.


Wie wohl alle Querschnittsverletzten genieße ich jede Minute der Leichtigkeit im Bewegungsbad, aber ich konnte mir nicht vorstellen, was daran so prickelnd sein sollte, als Tetraplegiker unter Wasser herumzudümpeln.
Nachdem ich von einer Physiotherapeutin (meine spätere Tauchbegleiterin) zur Kursteilnahme auf eine Art gefragt worden bin, die kein „Nein“ gelten ließ, war es eines Tages soweit. Ich saß mit zwei anderen Patienten am Beckenrand, hörte dem technischen Schnickschnack nur mit halbem Ohr zu und paßte bei den Punkten „Atemtechnik“ und „Handzeichen zur Verständigung unter Wasser“ richtig auf.
Mit dem, was mir dann passierte, als wir abtauchten, hatte ich in der Form nicht gerechnet. Neben der sich einstellenden Schwerelosigkeit erfüllte mich nach einigen Atemzügen eine tiefe Gelassenheit. Als mir nach einer Weile die Luftblasen zu krawallig wurden (der typische „Tauchsound“ halt) senkte ich einfach meine Atemfrequenz – und schon hatte ich meine Ruhe und die Welt unterhalb des Wasserspiegels mit der darüber fast nichts mehr gemeinsam. ZU keinem Zeipunkt verspürte ich auch nur einen Anflug von Angst oder Unsicherheit, alles wirkte organisch und selbstverständlich. Die Dinge um mich herum nahm ich sehr unmittelbar und seltsam distanziert zugleich wahr. So wie z.B. das Kerlchen, das mich unter Wasser fotografierte: anfangs irritiert – ich fühlte mich wie eine seltene bzw. seltsame Tierart – nahm ich es mit dem Gleichmut einer Meeresschildkröte hin. Schade fand ich nur, daß es nicht tiefer hinunter ging und die Tauchgänge zu kurz waren. Meinetwegen hätten sie mich unten am Beckenboden anpflocken können und ich wäre dazu übergegangen, wie eine Seekuh die Kacheln abzuweiden.
Es soll hier jetzt nicht der Eindruck entstehen, als sei ich unter Wasser vor Ehrfurcht erstarrt gewesen – ein erstauntes „Donnerwetter“ triff es besser. Ein sympathischer Nebenaspekt des Tauchens ist die positive Bedeutung des eher negative besetzten Handzeichen „Daumen runter“ – es bedeutet „Abtauchen“ (falls ich richtig aufgepaßt habe).
Noch sympathischer als das Handzeichen aber war das Tauchteam, das uns dreien „Flossen“ gemacht hat – die Damen (auch die kleine) und Herren haben wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet. Heißen Dank und Hut ab!!
Ein Bericht von Rolf Kluth 
 
home contact search contact search